Wolle und Wollarten
Als Wolle werden die Haare von Schafen, Kaninchen, Lamas, Ziegen und anderen Tieren bezeichnet, aus denen verschiedene Textilien hergestellt werden können. Die Haare werden nach der Gewinnung gewaschen, gekämmt, gebleicht oder gefärbt. Verwendet wird Wolle häufig auch für Teppiche, zur Wärmedämmung und Matratzen, wobei der Hauptanteil bei Strickwaren aller Art liegt. Bei der Weiterverarbeitung kommt es besonders auf die Wollart und die damit verbundenen Eigenschaften an.
Alpakawolle
Hochwertige, feine und antibakterielle Wolle, die vom in den Anden in Südamerika beheimateten Alpaka-Lama stammt. Die Fasern sind einigermaßen glatt, wärmen und isolieren gut. Diese Wolle wird sowohl für Kleidungsstücke, als auch für Decken etc. verwendet, da sie viel Flüssigkeit aufnehmen kann, ohne nass zu werden.
Angorawolle
Eine äußert feine, glatte, hochwertige und wasserabweisende Wolle, die aus dem Fell des Angorakaninchens gewonnen wird. Dies geschieht durch Auskämmen des Felles. Da Angorawolle relativ empfindlich ist, empfiehlt es sich beim Säubern auf die Waschmaschiene zu verzichten und stattdessen von Hand zu waschen. Auf Bürsten sollte gänzlich verzichtet werden, beim Tragen richten sich die Haare von selber wieder auf. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, empfiehlt es sich, das Stück in eine Plastiktüte zu legen und durch zu rütteln. Dadurch wird es elektrisch aufgeladen, und die Haare richten sich wieder auf.
Cashmere
Englischer Ausdruck für Kaschmir. Es handelt sich hierbei um eine hochwertige Wolle, die aus dem Unterfell der Kaschmirziege durch Auskämmen gewonnen wird.
Jährlingswolle
Anderer Begriff für Erstlingswolle oder Lammwolle (lambswool). Diese Wolle wird von unter 12 Monate jährigen Schafen bei ihrer ersten, bzw. zweiten Schur gewonnen, dadurch ist das Ende der Haare noch spitz zulaufend und nicht abgerundet. Verwendet wird diese äußert feine und empfindliche Wolle für verschiedene Strickwaren von hoher Qualität.
Kaschmirwolle
Hochwertige Wolle aus dem Flaum der Kaschmirziege. Da die Wolle nur in begrenzter Menge pro Ziege durch Auskämmen des Unterfelles gewonnen werden kann, gehört Kaschmir zu den teuersten Wollarten überhaupt. Aus diesem Grund werden meistens Mischungen aus Schafwolle, Merinowolle, und Kaschmir angeboten.
Kidmohair
Als Kidmohair wir die Wolle einer jungen Mohairziege bezeichnet (engl. kid: Kind). Diese Wolle ist besonders weich und fein, weist jedoch noch keine allzu große Stabilität und Widerstandskraft auf, ist daher besonders empfindlich.
Merinowolle
Vom Merinoschaf stammende Wolle. Die hochwertigste Schafswolle überhaupt. Sie ist weich, sehr fein und stark gekräuselt. Verwendet wird sie vor allem für die Oberbekleidung.
Mohair
Wird aus dem Fell der Angoraziegen gewonnen, wobei dir langen Haare wertvoller sind, als die kurzen. Meist wird Mohair zusammen mit anderen Fasern verarbeitet. Zur Pflege sollte das Kleidungsstück hin und wieder aufgebürstet werden, wobei man am besten eine spezielle Mohairbürste verwenden sollte.
Reißwolle
Recycelte Wolle von minderwertiger Qualität. Dazu werden Textilien verwendet, die bereits getragen wurden, die Fasern werden aus dem alten Stück herauß gerissen, gekürzt und neu verarbeitet. Die geringe Qualität ist darauf zurück zu führen, dass die Fasern durch den Gebrauch beschädigt werden, und somit bei der neuen Verarbeitung schon geschädigt sind.
Schurwolle
Wolle, die weder recycelt wurde, noch von einem geschlachteten Tier stammt, sondern am lebenden Tier durch eine Schur gewonnen wird. Genau wie das Fell der Schafe nimmt Schurwolle den Schmutz nur oberflächlich an, das heißt, es lässt sich ohne große Probleme wieder sauber kriegen, in dem man es einfach nur an die frische Luft hängt oder ein wenig ausschüttelt/ vorsichtig bürstet. Dies gilt jedoch nicht bei Flecken von Flüssigkeiten wie Säften, bei solchen sollte man die betreffende Stelle mit Wollwaschmittel bei Zugabe von ein wenig Wasser vorsichtig säubern, da sich der Stoff ansonsten dauerhaft verfärben könnte. Bei unangenehmen Gerüchen empfiehlt es sich, das betreffende Stück in einen Raum mit erhöhter Luftfeuchtigkeit zu hängen, beispielsweise das Badezimmer. Es nimmt einen Teil der Feuchtigkeit auf, ohne nass zu werden, dadurch verschwinden sowohl unangeneheme Gerüche, als auch Falten im Stoff. Beim Waschen sollte man genau darauf achten, dass das Stück tatsächlich zum Waschen in der Waschmaschine geeignet ist, in diesem Fall wird sich ein Zeichen am Etikett befinden. Sollte dies nicht der Fall sein, sollte man lieber von Hand waschen. Wenn möglich nur in lauwarmen Wasser und mit Zugabe eines Wollwaschmittels. Auf das Auswringen, verstärktes Reiben etc. sollte man gänzlich verzichten, um Beschädigungen des Stoffes zu vermeiden, es sei denn, man darf es auch in der Waschmaschine waschen, dann ist schleudern usw. unbedenklich. Trocknen sollte man in beiden Fällen bestenfalls einfach, indem man das Stück auf ein Handtuch legt, ein wenig in Form zupft und an der Luft trocknen lässt.
Shetlandwolle
Diese Wolle wird von den auf den Shetland-Inseln beheimateten Crossbredschafen gewonnen. Sie ist besonders robust und strapazierfähig und wird deshalb meist für gröbere Textilien, wie zum Beispiel Mäntel oder Tweed-Kostüme, verwendet.
Sterblingswolle
Diese minderwertige Wolle stammt von einem Schaf, dass erst nach der Verendung geschoren wurde.
Vikunjawolle
Besonders feine, glänzende und weiche Wolle, die aus dem Unterfell des Vikunjalamas gewonnen wird. Sie wird vor allem für hochertigste Oberbekleidung verarbeitet. Da das Vikunjalama jedoch vom Aussterben bedroht ist und unter Naturschutz steht, ist es kaum mehr möglich, an diese Fasern zu kommen. In vielen Ländern, so den USA und Großbritannien, wurde die Einfuhr gänzlich verboten. Vikunja gilt als noch kostbarer als Kaschmir.
Yakwolle
Diese sehr weiche und feine Wolle wird von den Yaks gewonnen. Sie ähnelt Kaschmir in der Substanz, ist jedoch etwas gröber und weniger wertvoll. Verwendet wied diese Wolle vor allem für Wolldecken, Filzschuhe und Zelte.